Weshalb die Herren 
Seesterne tragen

seesterne_cover
Roman, 2016
Matthes & Seitz Berlin
192 Seiten

Karl, ein pensionierter Lehrer, macht sich eines Tages auf, herauszufinden, was das Glück sei. Einen Fragebogen im Gepäck, mit dem das ›Bruttonationalglück‹ in Bhutan ermittelt wird, lässt sich der Glücksforscher in einem schneelosen Skiort nieder, dessen Bewohner er nun in unbekanntem Auftrag nach ihrer Lebenszufriedenheit befragen will. Das Hotel Post, in dem Karl als einziger Gast unterkommt, wird bewirtschaftet von einer namenlosen Frau und ihrer Hündin Annemarie. Von hier aus beginnt er seine Forschungen. Bald erhält seine Reise Züge einer Flucht, und der Fragende wird unmerklich zum Objekt der Befragung anderer.

 

Anna Weidenholzer gelingt mit diesem meisterhaften Roman ein intensives und eigenwilliges literarisches Kammerspiel. Eine Reise zur Erforschung des Glücks wird zu einer Tiefenbohrung in die Seele unserer Gesellschaft, ihrer Ängste, Zweifel und ihres Unglücks.

Pressestimmen

Die Sätze von Anna Weidenholzer sind von einer solchen Sogkraft, von so pulsierender Zartheit und subtiler Wucht, dass ich am liebsten das ganze Buch abschreiben möchte.
– Sabine Vogel, Frankfurter Rundschau

Was Weidenholzer auszeichnet, sind ein enorm feiner Pinselstrich, ein exzellenter Blick für das Detail und die Gabe, scheinbar erratisch von ihrem Plot abzuschweifen, ohne dabei den Erzählfaden zu verlieren.
– Christoph Schröder, TAZ

Anna Weidenholzer überschneidet, und das ist der Clou des Romans, buchhalterische Verschrobenheit alter Schule mit algorithmischen Verfahren neuester Zeit. Es finden sich ernste Themen in ihrem neuen Buch. Aber von kulturkritischer Schwere ist es so weit entfernt wie einem originellen, eben sehr österreichischen Humor nah. Literarischer Mainstream hat bei dieser Schriftstellerin keine Chance.
– Ursula März, Die Zeit

Anna Weidenholzer gelingt in ihrem tieftraurigen, aber nie hoffnungslosen Roman Weshalb die Herren Seesterne tragen die beeindruckende literarische Erforschung gesellschaftlicher Mentalitäten, ohne Antworten und Erklärungen zu geben.
– Christa Gürtler, Der Standard

Anna Weidenholzer ist ein wunderbarer und zugleich wunderlicher Roman gelungen, der durchsetzt ist von kleinen, feinen Beobachtungen und dessen Grundton leicht verschroben, zart und menschenfreundlich klingt. Und der aus dem Beiläufigen ganze Gefühlswelten entstehen lässt.
– Andreas Wirthensohn, Wiener Zeitung

Karl Hellmanns Suche nach der Zufriedenheit ist aber bisweilen so lustig, so voller überzeichneter, entrückter Figuren, dass ein dringlicherer Plot ablenken würde. Gerade die Bonmots, die bäuerlichen Besserwissereien, der floskelige Dorfschnack machen das Buch so unterhaltsam.
– Fabian Federl, Der Tagesspiegel

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass Karl Hellmann seine mal spitzfindig, mal vertrackten Gedanken in einer äußert rhythmischen Sprache denkt, fast so, als würde er sie vor sich hinsummen.
– Wolfgang Popp, Ö1 Kulturjournal

Anna Weidenholzer […] ist eine leise Beobachterin, sie legt ihren Finger sanft in die Wunden unserer Zeit, ein wenig beiläufig fast und mit einem feinen Sinn für das Skurril-Komische.
– Christiane Petersen, Börsenblatt

Anna Weidenholzer hat mit ›Weshalb die Herren Seesterne tragen‹ einen Roman über das leise, schleichende Unglück geschrieben, das das Leben so vieler Menschen überzieht, ohne dass es wirklich greifbar wäre und ohne dass man zu sagen vermöchte, wann es angefangen hat.
– Wiebke Porombka, Deutschlandfunk

Anna Weidenholzer holt Menschen aus den Winkeln, in denen wir sie abgestellt haben, und lässt sie erzählen. Von der komplizierten Sache mit dem Glück und der Zufriedenheit.
– Johanna Öttl, Die Presse

Es zählt zu den sprachlichen Stärken Weidenholzers, wie sie die seltsam verkapselten Figuren verrückt und aus den gewohnten Handlungsrahmen nimmt – und wie das scheinbar Heimelige ins Unheimliche überläuft.
– Augsburger Allgemeine

Einer der wunderlichsten Romane dieser Saison (…) Die feinsinnig versponnene Parabel lebt von kleinen hinreißenden Beobachtungen.
– Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Schweigen und das unausgesprochen Verdrängte wiegen nicht weniger als das Gesagte, und so besteht auch das Buch aus vielen bedeutungsvollen, mit ganzen Welten zu füllenden Leerstellen. Das macht diesen schmalen Roman viel größer, als er physisch ist.
– Paul Jandl, Die Welt

Anna Weidenholzer erzählt von Unspektakulärem derart, dass es spektakulär in Kopf und Herz rauscht.
– Peter Pisa, Kurier

Schon der rätselhafte Romantitel, der die Frage aufwirft, weshalb eine Gruppe Herren auf einer historischen Fotografie Seesterne am Revers tragen, bleibt in der Schwebe, wie die Autorin überhaupt die Stimmung ihres hintergründigen und vieldeutigen Romans in der Schwebe zu halten versteht – zwischen verschrobenem Witz und stiller Verzweiflung, zwischen Lächeln und Traurigkeit.
– Sigrid Löffler, Deutschlandradio Kultur

Ein wunderlich, unheimlicher Roman
– Burkhard Müller, Süddeutsche Zeitung

Oberflächlich betrachtet, reiht sie nüchterne, in Alltagssprache gehaltene Sätze aneinander. Tatsächlich ist ›Warum die Herren Seesterne tragen‹ hochartifiziell konstruiert und zieht dem Leser mittels harter Schnitte und unerwarteter Zeit- und Ortssprünge immer wieder den Boden unter den Füßen weg.
– Sebastian Fasthuber, Falter

Aus der Unvollkommenheit des Lebens macht Weidenholzer vollkommene kleine Romane.
– Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung

Mit „Weshalb die Herren Seesterne tragen“ fühlt Anna Weidenholzer dem Thema Glück gehörig auf den Zahn. Sie bohrt tief und trifft mit den scheinbar alltäglichen Geschichten ihrer ProtagonistInnen den Nerv einer recht zerrütteten Gesellschaft.
– Andreas Gstettner-Brugger, FM4

Es ist Anna Weidenholzers ganz eigener Ton, mit dem sie Unspektakuläres so zu beleuchten versteht, dass es als das Entscheidende im Leben der Menschen kenntlich wird.
– Evelyne Polt-Heinzl, Die Furche

Die in Wien lebende, oberösterreichische Autorin erweitert ihren literarischen Handlungsspielraum hier konstant und sie tut dies mit der passenden Mischung aus Überlegtheit und Einfühlungsvermögen sowie dem dazugehörigen formal-ästhetischen, sprachlichen Instrumentarium.
– Antonia Rahofer, Buchmagazin Literaturhaus Wien

Gekennzeichnet von Demut, Respekt und Nüchternheit gelingt es Weidenholzer dann bei aller Tiefe in Inhalt und Konzeption, Erzählerin zu bleiben – ohne dabei plakativ, zu laut und aufdringlich zu sein.
– Daniel Conrad, Luxemburger Wort

Anna Weidenholzer erweist sich in diesem Roman – es ist ihr zweiter – erneut als Meisterin der feinen Andeutungen und des sprachlichen Schwebezustandes.
– Felix Münger, SRF 2 Kultur